Heute kündigten die Lehrerinnen überraschender Besuch für die Kinder an. Wer mag das wohl sein?
Mit großer Freude vernahmen die Schülerinnen und Schüler, dass es sich bei der gemeinten Person um Frau Eger handelt.

Frau Eger… du fragst dich, wer das ist? Kein Problem, wir lösen gerne auf:
Für unsere kleinen Leserinnen und Leser ist die Antwort sonnenklar:
Frau Eger ist die Frau aus dem Bücherladen, die immer wieder wundervolle Bücher mitbringt. Eine Person, die mit Büchern arbeitet und selbst gerne liest. Ein Bücherwurm, Lesefan – einfach ein Fan von Geschichten. Hier weiß das jede und jeder.
Genauer: Frau Eger leitet die Buchhandlung Eulennest in Baden Baden. Als diplomierte Literaturpädagogin liest sie jährlich zahlreiche Titel und ist somit up to date, was unter anderem Kinderbücher betrifft.
Kurz: Wer auf der Suche nach einem guten Schmöker ist, der ist bei ihr richtig.
Mit Leidenschaft und viel Herzblut stellt sie Kinderbücher vor.
So kam es, dass sie nun bereits zum zweiten Mal unsere Schule besuchte, um ihre Lesefreude an die Schülerinnen und Schüler weiterzugeben.
Ziel des heutigen Besuchs war die Idee einer schulinternen Bücherhitparade. Jede Klasse sollte sich für fünf Bücher entscheiden, die in diesem Schuljahr von jedem Kind gelesen werden. Gegen Ende des Jahres werden die Leseerfahrungen dann bewertet, indem eine Rangliste erstellt wird. Eine Hitparade eben.
Nun zum Ablauf des erfreulichen Besuchs:
Jeder Klasse wurden acht Bücher vorgestellt. Allerdings bekamen wir diese nicht einfach nur gezeigt, sondern die Kinder erhielten die Gelegenheit, sich langsam an die vielfältigen Lektüren heranzutasten.
Einfach nur die Bücher zeigen? Langweilig. Nichts für Frau Eger.
Die Bücher selbst wurden zunächst versteckt.
Für jede Geschichte wurde zunächst ein Gegenstand präsentiert: in der zweiten Klasse zeigte Frau Eger einen Drachen, einen Zauberstab, Tierfiguren von Hund und Katze, eine Einladung zum Schulfest, ein Skateboard, eine Spinne, ein Ei und ein Gespenst.
Das sah schon einmal sehr interessant aus.
In der ersten Runde sollten sich die Kinder überlegen: Was spricht mich an? Worüber will ich mehr erfahren? Welcher Gegenstand erweckt meine Neugier? Meinungen wurden abgefragt.
Dann erzählte Frau Eger eine kurze Geschichte zu den Gegenständen. Was hat es mit ihnen auf sich?
So erfuhren die Kinder unter anderem mehr über den Hund Lumpi, einem Monster auf einem Skateboard, über magischen Zauberstaub und Karoline Kneberwecht – einer Spinne, die Lesen verabscheut und die Nase voll hat von allen großen und kleinen „Büchertrampeln“.
Auch nach dieser zweiten Runde wurde abgestimmt und individuelle Interessen bekundet.
Nun wusste jedes Kind schon in etwa, von was das jeweilige Buch handelt und welche Art von Geschichte sich dahinter verbirgt.
Aber reicht das, um sich für ein Buch zu entscheiden?
Klare Antwort: Nein. Die Bücher möchten schließlich gesehen und berührt werden.
Endlich war es so weit: Die Bücher krochen langsam aus ihrem Versteck. Aha, so sieht das also aus…
Doch welches Cover spricht mich mehr an? Für manche Bücher wurde laut applaudiert, bei anderen wiederum fielen die Reaktionen eher leise und bescheiden aus. Die Interessen gingen auseinander.
So soll es sein. Schließlich hat jedes Kind seine eigenen Vorlieben.
So weit so gut. Doch wie klingt das Buch? Spricht mich die Schreibweise an? Wird der Inhalt ansprechend vermittelt?
Das erfuhren die Kinder, indem Frau Eger aus jedem Buch eine Textprobe vorlas.
Nun wussten wir schon ganz schön viel über jedes Buch. Irgendwie hörte sich alles interessant und lesenswert an.
Dennoch war klar, dass nur fünf von acht Büchern das Rennen machen würden.
Also: wo sprang der Funke endgültig über?
Eine Entscheidung musste her.
Entschlossen platzierte Frau Eger vor jedem Buch eine Tasse. Anschließend bekam jedes Kind zwei Knöpfe mit der Aufforderung, diese nach eigenem Lesegeschmack zu verteilen. Um sich final entscheiden zu können, durfte/sollte in den Büchern geblättert werden.
Passt die Schriftgröße? Wie ist das Verhältnis zwischen Text und Bildern? Sprechen mich die Illustrationen an? Wie viele Seiten hat es?
Gar nicht so einfach, sich zwischen so vielen großartigen Büchern zu entscheiden.
Die Spannung stieg, als Frau Eger zählte, wie viele Knöpfe, beziehungsweise Stimmen jede Geschichte erhielt.
„Lumpi, der Katzenretter“ war der klare Favorit der Zweitklässlerinnen und Zweitklässler, dicht gefolgt vom Buch „Ein Fall für die Skaterbande“. Auch „Handy – Spuk in der Schule“, „Lesen nervt“ und „Der goldene Ritter und das Drachenei“ fanden Platz in der Klassenbücherei.
Wir sind gespannt, wie die Lektüren nach dem Lesen bewertet werden!
Die Helmlinger Bücherhitparade kann starten und wir freuen uns auf viele Leseabenteuer!
Herzlichen Dank an Frau Eger für ihr Engagement im Sinne der Leseförderung. Ihr großes Herz für Bücher wurde deutlich spürbar und ließ viele Funken überspringen. Wieder einmal hat sich herausgestellt, wie viel Freude in Büchern und ihren Geschichten steckt.
Vielen Dank für den intensiven Einblick in die aktuelle Bücherwelt!
