Zum Abschluss unseres Sachunterrichtsthemas „Schule früher“ besuchten die Drittklässlerinnen und Drittklässler letzte Woche das Schulmuseum in Zell-Weierbach. Das Museum befindet sich in einem ehemaligen Schulhaus und beherbergt eine beeindruckende Sammlung an Lehr- und Alltagsmaterialien aus vergangenen Zeiten.
Mit Zug und Bus reisten wir an. Vor Ort empfing uns die „Frau Lehrerin“ und nahm uns mit auf eine spannende Reise in die Schulzeit von früher. Zunächst zeigte sie uns altes Lehrmaterial wie Federhalter und Tintenfass, Schiefertafeln mit Griffeln sowie Leder- und Holzschulranzen. Außerdem konnten die Kinder viele weitere Ausstellungsstücke bestaunen – von ausgestopften Tieren über alte Landkarten bis hin zu einer Nähstube. Zu allem wusste die ehemalige Lehrerin Interessantes zu erzählen.
Der Höhepunkt des Besuchs war eine Unterrichtsstunde wie zu früheren Zeiten. Die Schülerinnen und Schüler standen auf, als die Lehrerin das Klassenzimmer betrat, und begrüßten sie im Chor mit einem gemeinsamen:
„Guten Morgen, Frau Lehrerin!“
Der Unterricht begann mit einem gemeinsam gesungenen Lied, dem Badnerlied.
Besonders eindrücklich war eine kleine Szene aus dem damaligen Schulalltag: Ein Mädchen kam absichtlich zu spät, da angeblich die Arbeit auf dem Hof zu Hause wichtiger gewesen sei. Um die Lehrerin milde zu stimmen, brachte sie Eier und Speck mit – ganz nach dem alten Spruch: „Speck und Eier gibt Einser und Zweier.“
Wer etwas sagen wollte, musste aus der Reihe treten und in ganzen Sätzen sprechen. Wer jedoch Fehler machte oder den Unterricht störte, musste zur Strafe die Eselskappe tragen oder sich mit dem Gesicht zur Wand in die Ecke stellen – was für eine Schmach! Fleißige und strebsame Kinder hingegen wurden mit einem Fleißbildchen belohnt.
Anschließend zeigte die Lehrerin, wie früher mit alten Rechenhilfen gerechnet wurde. Die Kinder durften außerdem auf Schiefertafeln in Sütterlin-Schrift schreiben – das machte allen Spaß.
Nach dieser eindrucksvollen Unterrichtsstunde bekamen wir noch eine Führung durch das obere Stockwerk des Schulhauses. Dort war eine frühere Lehrerwohnung ausgestellt, die einen weiteren spannenden Einblick in das Leben in vergangenen Zeiten bot.
Der Besuch im Schulmuseum war für alle ein besonderes Erlebnis, das Geschichte lebendig machte.











