Echt dabei sein – gesund groß werden im digitalen Zeitalter

Vortrag am 25.2.26

Es war ein sehr anregender und kurzweiliger Abend, den die Elternschaft und Lehrerinnen der Grundschule Helmlingen durch die Referentin Frau Susanne Peter erleben konnten. Frau Peter arbeitet als Referentin für Prävention und Gesundheitsförderung bei Wendepunkt e.V. (Fachstelle gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen) in Freiburg. Frau Rektorin Mona Fischer-Lotz wurde für die Einladung an die Rheinauer Grundschule zu kommen herzlich gedankt und feierlich die Teilnahme bestätigt.

Gleich zu Beginn sprach Frau Peter von den Kindern der Alpha und Beta-Generation; letztere würde mit der Künstlichen Intelligenz (KI) aufwachsen.

Das menschliche Gehirn sei erst mit ca. 25 Jahren ausgebildet. Dies sei ein wichtiger Punkt für die präventive Mediennutzung. Es gilt Mediensucht, sowie gesundheitliche Schäden bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu verhindern. Dass dies im digitalen Zeitalter eine Herausforderung ist, da Social – Media – Kanäle und Computerspiele alle stark mit dem Belohnungsprinzip funktionieren, wurde der Zuhörerschaft deutlich.

Frau Peter erklärte im weiteren Verlauf einzelne Entwicklungs-phasen, die zusammen den „Turm der Medienmündigkeit“ ergaben. So stellt das Fundament die Sensomotorische Integration dar (Raum-Lage-Verknüpfung). Die Kommunikationsfähigkeiten sagen aus, dass die Sprache im Kindheitsalter nur in der Interaktion mit einem anderen Menschen erlernt werden kann. Die Produktions-fähigkeiten werden in der Kita entwickelt, dort geht es um das Selbst und die innerseelischen Prozesse. Die Rezeptionsfähigkeiten bedeutet die Entwicklung innerer Bilder und deren Umsetzungen. Als letzter Baustein folgte die kritische Reflexionsfähigkeit des Menschen.

Daraus resultierend sprach Frau Peter über die Empfehlungsnutzungszeit von Bildschirmzeit für Kinder im Grundschulalter zwischen 6-10 Jahren in ihrer Freizeit aus. Diese soll 30-45 min nicht überschreiten.

Ein Verzicht eines eigenen Bildschirmgerätes im Kinderzimmer wurde klar benannt, da Kinder nicht allein vor dem Bildschirm sein sollten, sowie der Hinweis ausdrücklich formuliert, die Alters-beschränkungen zu beachten.

Ebenfalls sollte während der Hausaufgaben und der Mahlzeiten kein Gerät im Sichtfeld sein und 1 Stunde vor dem Schlafengehen sollten keine Smartphones mehr benutzt werden. Frau Peter wies darauf hin, dass es im Internet Mediennutzungsverträge gäbe, die zwischen den Erziehungsberechtigten und ihren Kindern abge-schlossen werden könnten. Und dass es Kinderschutzseiten gibt, die aktiviert werden sollten.

Zum Schluss des Abends gab es Zeit und Raum, eigene Erfahrungen zu schildern oder Fragen zu stellen. Dabei wurde deutlich, dass die konsequente Medienerziehung zu Hause mühsam, aber durchaus lohnenswert zum Wohl und zur gesunden Entwicklung der Kinder sei.

Sichtlich angeregt, bestätigt, nachdenklich und auch neugierig, was die Weiterentwicklung des digitalen Zeitalters noch in Zukunft mit sich bringen und wie diese sich auf die jeweiligen Generationen auswirken wird, ging die Zuhörerschaft zufrieden nach Hause.